Incoterms: EXW, FOB, DAP, DDP — welche Klausel verlangen?
Incoterms sind dreibuchstabige Klauseln, die festlegen, wo Kosten und Risiko vom Verkäufer auf den Käufer übergehen. Bei EXW übernimmt der Käufer alles, bei DDP liefert der Verkäufer verzollt. Die Klauseln dazwischen verschieben die Verantwortung stufenweise. Vor jedem Angebotsvergleich ist zu prüfen, unter welcher Klausel gerechnet wurde.
Vier gängige Klauseln
Warum der Preisvergleich hier kippt
Ein EXW-Preis und ein DDP-Preis beschreiben nicht dasselbe. Der Abstand kann Fracht, Versicherung, Abfertigung und Einfuhrabgaben zusammen ausmachen. Vergleichbar werden zwei Angebote erst, wenn beide auf dieselbe Klausel umgerechnet sind.
Kosten und Risiko sind zweierlei
Die Klausel sagt nicht nur, wer zahlt, sondern auch, bei wem der Schaden bleibt. Bei manchen Klauseln fallen Kosten- und Risikoübergang nicht zusammen — ein Punkt, der beim Thema Versicherung zählt.
Praktischer Rat für kleinere Einkäufe
Wer mit Einfuhr wenig vertraut ist, vereinfacht sich das Verfahren mit DAP oder DDP. Wer mit einem Zolldienstleister arbeitet, fährt mit FOB oder EXW meist günstiger, weil der Transport über eigene Konditionen läuft.
Mit der Klausel wandern die Papiere
Welche Klausel gilt, bestimmt auch, wer welches Dokument erstellt. Rechnung und Packliste braucht es immer; Ursprungsnachweis, Versicherungspolice und Ausfuhranmeldung wechseln mit der Klausel die Seite.
Häufige Fragen
- Welche Fassung der Incoterms gilt?
- Aktuell Incoterms 2020. Der Vertrag sollte das Jahr nennen, da sich einzelne Definitionen zwischen den Fassungen geändert haben.
- Ist DDP überall möglich?
- Nicht immer. Manche Länder verlangen vom ausländischen Verkäufer eine Registrierung als Einführer, was nicht in jedem Markt praktikabel ist.
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-13






