Was PLA ist — und was 'Biokunststoff' nicht heißt
PLA ist ein Kunststoff aus pflanzlichem Rohstoff, etwa Maisstärke. Der pflanzliche Ursprung macht ihn nicht kompostierbar: PLA baut nur in einer Industrieanlage bei rund 58 Grad ab. Im Gartenkomposter und in der Umwelt zersetzt er sich praktisch nicht, im Recycling stört er den Kunststoffstrom.
Zwei Begriffe, die vermischt werden
Warum der Gartenkomposter nicht reicht
Der Glasübergang von PLA liegt unter 60 Grad, und erst anhaltende Wärme bringt die Polymerketten zum Brechen. Ein Komposthaufen hält 20 bis 30 Grad, dort kann PLA jahrelang unversehrt liegen.
Das Problem im Recycling
PLA sieht aus wie PET und passiert die Sortierung unerkannt. Ein PET-Ballen mit schon geringem PLA-Anteil verliert an Schmelzequalität und damit an Wert. Getrennte Erfassung löst das, und getrennte Erfassung gibt es meist nicht.
Der Unterschied zu Holz und Bambus
Unbehandeltes Holz und Bambus werden ohne chemische Umwandlung direkt verwendet. Sie bauen im Gartenkomposter ab und entwerten keinen Ballen, wenn sie im falschen Strom landen. Mit einer Beschichtung entfällt dieser Vorteil.
Wann PLA richtig ist
Wenn Transparenz gebraucht wird. Ein Kaltgetränkebecher oder eine Salatschale, die ihren Inhalt zeigen soll, hat kein Gegenstück aus Holz oder Papier.
Häufige Fragen
- Warum wurden PLA-Trinkhalme verboten?
- Die EU-Richtlinie definiert Kunststoff über das Polymerverhalten, nicht über den Rohstoff. PLA gilt damit als Kunststoff und fällt unter das Verbot.
- Was ist CPLA?
- Kristallisiertes PLA mit höherer Wärmebeständigkeit, etwa für Heißgetränkedeckel. Für die Kompostierbarkeit gilt dieselbe Anforderung an eine Industrieanlage.
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-13






